Sóstó

„...alle Schneide sind aus dem Ungarn in dem kleinen Bad Sóstó herausgeplatzt, was für ihn Schönes von seinen Vätern geblieben ist. Wenn es keine Karten gab, gab es Entführung eines Mädchens, oder eine venezianische Nacht auf dem See. Für die Aufregung des Kartenspiels wurde ich durch die namhaften Duelle entschädigt...“
(Krúdy Gyula)

Er ist ein, von seinem Heilwasser berühmter, stimmungsvoller Badeort, kaum 6 km vom Zentrum von Nyíregyháza entfernt. Seinen Namen hat er von dem, auf zwei Teilen geteilten, sodahaltigen Salzwassersee    bekommen; er wird auch schon auf der, am Ende des 18. Jahrhundertes gezeichneten Landkarte so dargestellt. In 1927 wurde er auch behördlich, unter dem Namen Sóstófürdő (Salzseebad) als Heilbad beurkundet. Seine Flächenausdehnung beträgt 47 Hektar. Der See ist der, den tiefsten Punkt ausfüllende, 9,2 Hektar große Wasserspiegel. Seine durchschnittliche Tiefe beträgt 1,5 Meter, die größte Tiefe 2,9 Meter. Dem Wasser des Sees wurde schon seit langem eigenartige Heilkraft zugeschrieben.  Er war schon in der Zeit von König Matheus unter dem Namen Igrice bekannt. Nach András Jósa heilt das Wasser des Sees „Skrofulose, Gicht, Gelenkgicht, chronisch entzündete Ausschwitzungen und andere, in der Blumensprache als Blutkrankheiten bezeichneten Krankheiten“. Sóstó war – wegen seiner besonderen Atmosphäre, der reinen Waldluft, des Heilwassers mit heilsamer Wirkung, des Sees mit seinem, zum Baden und zum Bootsfahren einladenden  seidigen Wasser – immer schon ein beliebter Ausflugsort der Stadtbürger, der Handwerker, der bohemen Schriftsteller und Künstler.   Von dieser Atmosphäre hat der Ort bis heute viel erhalten. Dies ist der schönen Naturumgebung, den Denkmal-Bauwerken und dem 50°C heißen Thermalwasser zu verdanken, das aus den 800 Meter tiefen Schichtreihen des letzten ungarischen Meeres, des Pannon  aufsprudelt. Die schönsten Bauwerke sind: das, auch zum Symbol von Sóstógyógyfürdő zählende Denkmal, der Wasserturm, wo heute ein Tourinform- Büro amtiert; die legendäre Svájci Lak; das, als erstes Heilbad der Stadt erbaute Badehaus und das in 2003 renovierte, ursprünglich für Hotel gebaute, jetzt als Ballhaus funktionierende Krúdy Ballhaus. Sóstógyógyfürdő dient außer seinen Bauwerken und den natürlichen Gegebenheiten, auch mit anderen, auch landesmäßig zu den Seltenheiten zählenden Sehenswürdigkeiten.   Hier befindet sich der 24 Hektar große Tierpark von Nyíregyháza, der von dem Eichenwald von Sóstó umarmt wird. In unserer Heimat funktioniert kein anderer Tierpark unter ähnlichen Bedingungen. Seine Sammlung ist nach der Sammlung von dem Tierpark in Budapest die größte, denn hier sind nahezu 2500 Exemplare von mehr als 200 Tierarten zu finden. Das in 1979 eröffnete Museumdorf wurde am Waldrand gebaut, und ist eine echte Sehenswürdigkeit. Es stellt die typische Architektur und die Traditionen vom Komitat  Szabolcs- Szatmár-Bereg dar, während es auch mit den Handwerker-Künsten und den Volksgebräuchen bekannt macht. Zu Sóstó gehören auch Legenden. So eine ist zum Beispiel diese, wonach es in der Seemitte ursprünglich keine Insel gab, diese wurde künstlich erstellt, und darauf wurde zur Freude der nach Unterhaltung dürstenden Jugend ein Sommerballhaus gebaut. Es kam jedoch ein Sturm, der das Ganze in den See geschleudert hat. In ruhigen Sommernächten glauben manche die leise Geigenmusik unter dem Wasser hervor zu hören. Das Erholungsgebiet ist   mit Auto oder mit Omnibus Nummer 8, der vor dem Bahnhof abfährt, oder auch mit Schmalspurbahn leicht anzufahren.